17. 07. 2020
Elementarschaden - was müssen Sie beachten?

Elementarschaden an Tür und Tor: Das müssen Sie beachten

Elementarschaden - was müssen Sie beachten?
Besonders im Sommer entstehen Schäden am Haus durch extremes Wetter.
© VELUX

Gerade der Sommer ist für seine launischen Wetterumschwünge bekannt. Einerseits genießen wir die Sonne und das gute Wetter, andererseits häufen sich gerade wegen des warmen Wetters Gewitter, Starkregen und Überschwemmungen. Der Sommer ist die Hochsaison für wetterbedingte Schäden am Eigenheim.

Ohne eigenes Verschulden kommt es auch in Deutschland immer häufiger zu erheblichen Schäden. Auch 2019 richtete extremes Wetter in Deutschland an Wohn- und Geschäftsgebäuden wieder erhebliche Schäden an. Alleine die diesbezüglich ausgezahlten Erstattungen von Versicherungen übertrafen 2 Milliarden Euro! Doch die böse Überraschung droht oft erst, wenn das Schlimmste schon passiert ist. Und zwar dann, wenn die Versicherung den Schaden an Tür, Tor, Fenster oder Haus- und Garagenwand nicht zahlt. Das kann passieren, wenn Sie keine Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben.

Viele Hausbesitzer fragen sich: Was sind Elementarschäden? Betreffen die mich überhaupt? Sollte ich mich dagegen versichern? Elementarschäden sie grundsätzlich jene Schäden, die durch Wirken der Natur eintreten. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Je nach Art des Schadens greift nämlich entweder die Hausrats- oder die Elementarschadenversicherung. Ob eine solche Versicherung sinnvoll ist, kommt immer auf den Einzelfall an.

Was deckt meine Hausratsversicherung ab?

Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, hat meistens eine Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Sie bietet typischerweise den “klassischen Dreifachschutz” (Feuer, Sturm und Wasser) an. Folgende Schäden werden dabei normalerweise abgedeckt:

  • Schäden durch Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosionen)
  • Sturm- und Hagelschäden
  • Leitungswasserschäden (Rohrbruch, Frost, Nässe)

Hier lohnt sich aber ein genauerer Blick. Denn was ist mit Überschwemmungen, Schneelast oder Abwasserrückstau? Wenn Sie sich gegen diese Gefahren absichern wollen, müssen Sie ihre Hausratversicherung um eine Elementarschadenversicherung erweitern.

Was deckt eine Elementarschadenversicherung ab?

Eine Elementarschadenversicherung, oft auch als Naturgefahrenschutz bezeichnet, ist eine Erweiterung Ihrer Wohngebäude- oder Hausratsversicherung. Sie deckt weitere Schäden ab, etwa:

  • Starkregen und daraus resultierende Überschwemmungen sowie Hochwasser
  • Rückstau von Wasser aus der Kanalisation, z.B. weil diese den Starkregen nicht mehr abführen kann Schneedruck
  • seltene Schäden durch Erdbeben, Erdrutsche, Lawinen oder Vulkanausbruch

Wenn Sie auch Ihre Türe, Toren und Fenster gegen Schäden dieser Art absichern wollen, nehmen Sie am besten Kontakt mit Ihrer Versicherung auf. Gerade durch die zunehmenden Extremwetterlagen in Deutschland kann es durchaus sinnvoll sein, eine zusätzliche Police abzuschließen.

Wie Sie Schäden richtig dokumentieren

Egal welche Versicherung Sie abgeschlossen haben, im Schadensfall gilt dasselbe Vorgehen. Der erste und wichtigste Schritt bei der Schadenmeldung lautet: Dokumentation! Greifen Sie zum Smartphone oder zur Kamera und nehmen Sie alle Schäden so genau wie möglich auf. Machen Sie Bilder aus möglichst vielen Blickwinkeln. Besonders hilfreich ist es, ein Objekt zum Größenvergleich im Bild zu platzieren. Idealerweise halte Sie ein Lineal oder einen Zollstock neben den Schaden und machen den Umfang des Schadens klar und unwiderlegbar ersichtlich. Wenn Sie können, dann benennen Sie auch Zeugen, die gesehen haben, wie der Schaden entstanden ist.

Wie Sie den Schaden richtig melden

Kontaktieren Sie auf jeden Fall so schnell wie möglich den Betreuer Ihrer Versicherung. Ihr Berater wird Ihnen genau Auskunft darüber geben, welche Schritte Sie und die Versicherung unternehmen müssen.

Normalerweise erhalten Sie erst einmal Unterlagen für die Schadensmeldung. Schildern Sie die Entstehung der Schadens in den Versicherungsdokumenten so genau wie möglich und fügen so viel Beweismaterial wie möglich hinzu. So beugen Sie vor, dass später unnötige Probleme auftreten. Auch wird sich der zuständige Sachbearbeiter freuen, wenn nicht noch Unterlagen nachgefordert werden müssen. Bei der Versicherung gilt immer: Je vollständiger und schneller Sie Informationen einreichen, desto schneller kann Ihr Schaden behoben werden.

Was kann ich tun, während ich warte?

Während Sie auf Rückmeldung der Versicherung warten, sind Sie verpflichtet alles zu tun um sicherzustellen, dass kein weiterer Schaden entstehen kann. Ist Ihr Fenster oder Ihre Tür beschädigt? Dann stellen Sie sicher, dass sich der Schaden nicht noch ausweitet und im Zweifel die Schadensstelle abgesichert ist. Auch hier kann Ihnen der Versicherungsberater Auskunft darüber geben, wie genau sie vorgehen sollten und ob Sie bereits einen Handwerker beauftragen können und dürfen. Falls Sie die Reparatur vom Profi bereits durchführen lassen dürfen, können Sie bei der Versicherung nach einer Abschlagszahlung für die Reparaturkosten fragen.

Die beste Versicherung: Bauliche Vorsorge

Haus- und Wohngebäudeversicherung zahlen grundsätzlich nicht für Schäden, wenn Sie fahrlässig zum Schaden beitragen oder diesen verursacht haben. Das gilt etwa, wenn es ins Haus geregnet hat. Kontrollieren Sie also auch bei Sommer und Sonnenschein, etwa vor Verlassen des Hauses, ob alle Fenster, Türen und Tore fest geschlossen sind.

Aber auch rund ums Haus ist Vorsorge die beste Strategie, etwa beim Keller oder der Garage: Sind Ihre Keller- oder Garagenwände rissig, wird bei einem Unwetter garantiert irgendwann Wasser eindringen. Verhindern lässt sich das durch wasserdichtes Versiegeln von Kellern oder den Einbau regenundurchlässiger Kellerfenster, um sich gegen Überflutungen zu schützen.

Sie wollen wissen, welche Nachbesserungen Sie an Ihrem Haus vornehmen können, um sich gegen mögliche Elementarschäden zu wappnen? Ihr BAUWIKI Fachbetrieb in Ihrer Nähe berät und unterstützt Sie gerne!